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Millionenschäden für Sachsens Landwirte

Gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat sich Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer am 5. Juni 2013 in Groitzsch (Landkreis Leipzig) über die Schäden bei landwirtschaftlichen Betrieben in Sachsen informiert. »Wir haben zwar noch keine vollständige Übersicht über die eingetretenen Schäden. Schon heute ist aber klar, dass Sachsens Landwirte Schäden hinnehmen mussten, die mit denen des Augusthochwassers 2002 vergleichbar sind«, so der Minister. Damals rund 40 000 Hektar land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet worden, davon mehr als 20 000 Hektar Ackerland, mehr als 6 000 Hektar Grünland und mehr als 3 200 Hektar Wald. Dazu kommen Schäden an Produktionsanlagen, Gebäuden, Wegen und Technik.

Mittlerweile ist bekannt, dass der Schaden für Sachsens Landwirte den von 2002 übersteigt. Grund dafür ist, dass vor elf Jahren beim Augusthochwasser die Ernte bereits größtenteils eigefahren war. 2013 kam es jedoch zu erheblichen Ernteausfällen (teilweise Totalausfall). Außerdem entstanden Schäden durch Ablagerungen von Schlamm und Geröll auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie infolge Abtrags von Mutterböden und einer damit verbundenen starken Erosion.

Derzeit sind Schäden mit einer Gesamtsumme von 54,3 Millionen Euro gemeldet. Es ist davon auszugehen, dass diese Summe durch weitere, bisher nicht erfasste Schäden noch steigen wird. Schäden sind insbesondere an landwirtschaftlichen Kulturen sowie an landwirtschaftlichen Flächen durch Ab- und Ausspülungen aufgetreten, weniger dagegen durch Verluste an Tieren, Gebäuden, Fahrzeugen oder Maschinen. An vielen Stellen ist noch unklar, ob Kulturen die Überflutungen überstanden haben und auf welche Weise sie noch genutzt werden können. Insgesamt sind die landwirtschaftlichen Schäden in den Landkreisen Nordsachsen, Mittelsachsen, Leipzig und Meißen am größten.

Nach ersten Bewertungen des Berufsstandes haben die Landwirte insbesondere bei Sommergetreide, Mais und Kartoffeln große Probleme. Nicht aufgegangene, verschlämmte oder überflutete Bestände werden zu Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen führen. Die ausbleibenden Feldarbeiten führen zu hohem Krankheitsdruck und Verunkrautung, Sauerstoffmangel im Wurzelbereich durch Überschwemmung der Kulturen zu gehemmter Pflanzenentwicklung. Ebenso hat der Feldgemüseanbau durch das Hochwasser Schaden genommen. Bei der Futterversorgung der Tiere wird es in den von Hochwasser geschädigten Regionen zu erheblichen Problemen kommen. Vielfach konnten die Grünlandflächen schon aufgrund der vorangegangenen Dauerniederschläge nicht für die Heu- und Silagegewinnung genutzt werden.