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Schäden

Tote und Verletzte

Ein 74jähriger Bewohner eines Seniorenheimes in Pirna wurde am 8.6., 11:30 Uhr als vermisst gemeldet und am 8.6., 12:30 Uhr von Polizeikräften leblos in der Elbe in Höhe eines Fähranlegers in Pirna aufgefunden.

Seit Einsatzbeginn gab es 21 Verletzte:

11.06. Lkr. Meißen: in Riesa retteten Einsatzkräfte am 11.06., 09:15 Uhr einen Mann aus der Elbe;
08.06. Lkr. Nordsachsen: Neun verletzte Feuerwehrleute, davon zwei schwer sowie einer lebensgefährlich verletzt
07.06. Lkr. Meißen: Drei verletzte Einsatzkräfte
06.06. Lkr. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge: Ein Verletzter
03.06. Vogtlandkreis: Vier verletzte Feuerwehrleute

Während der Flut mussten vom 03. bis 13. Juni knapp 130.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen und waren für kurze Zeit oder mehrere Tage auf Hilfe und Unterstützung der Kommunen bei der Unterbringung angewiesen.

Schadenserfassung

Mit der Erstschadenerfassung vom 27. Juni 2013 belaufen sich die Schäden im Freistaat auf 1.883 Millionen Euro. Dieser wurde dem Bund für die Beantragung von Mitteln aus dem Europäischen Solidaritätsfonds gemeldet. Auf Grundlage dieser Erstschadenmeldung legt sich der Verteilungsschlüssel der Mittel des Aufbauhilfefonds des Bundes fest

Der größte Anteil trifft dabei die Kommunen mit knapp 750.000 Euro, gefolgt von Privathaushalten mit mehr als 400.000 Euro.

Wirtschaftliche Schäden

Nach einer ersten Einschätzung seitens der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern erreichen die durch das Juni-Hochwasser 2013 verursachten Schäden nicht das Ausmaß von 2002. Dennoch sind viele insbesondere Klein- und Kleinstbetriebe betroffen.

Eine Hochrechnung vom 20. September 2013 der sächsischen Aufbaubank (SAB) ergibt, dass der durchschnittliche Schaden pro Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft etwa 90.000 Euro beträgt. Das geht aus der verfahrensbedingt bisher geringen Anzahl an eingegangenen Anträgen bei der SAB hervor.

Gewässer und Hochwasserschutzanlagen

Vom Juni-Hochwasser 2013 war der Freistaat Sachsen flächendeckend betroffen. Insgesamt musste an 1 800 km Gewässerlänge die Hochwasser-Alarmstufe 3 bzw. 4 ausgerufen werden. Teilweise wurden Wasserstände erreicht, die die Werte des Augusthochwassers 2002 erreichten und sogar übertrafen. In der Folge kam es zu Schäden, die derzeit auf 250 Millionen Euro geschätzt werden. Betroffen sind Gewässerinfrastruktur wie Deiche und Hochwasserschutzmauern, Talsperren, Hochwasserrückhaltebecken sowie die Gewässer selbst. Auf einer Länge von 230 km wurden insbesondere an Elbe und Mulde Hochwasserschutzdeiche so beschädigt, dass dringender Instandsetzungsbedarf besteht. Um für mögliche weitere Hochwasserereignisse Mindestvorkehrungen zu treffen, müssen an rund 40 Deichbrüchen Sofortsicherungsmaßnahmen vorgenommen werden.

Pegelnetz

An zahlreichen Hochwassermelde- bzw. gewässerkundlichen Pegeln im Netz der Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) sind durch das Hochwasser Schäden eingetreten, und zwar an Gebäudeteilen, an Messeinrichtungen, an Technik zur Datenfernübertragung sowie durch Ablagerungen und Ausspülungen am Messprofil. Mehrere Pegel müssen komplett hochwassersicher neu errichtet werden. Die nachhaltige Beseitigung der Schäden wird nach ersten Einschätzungen rund 1,5 Millionen Euro kosten. 

Umweltgifte

In der Elbe sowie weiteren ausgewählten Fließgewässern ist es trotz der extremen Hochwassersituation nicht zu gravierenden Belastungen mit Schadstoffen gekommen. Das ist das Ergebnis von Sonderuntersuchungen, die seit dem 3. Juni 2013 ergänzend zum planmäßigen Landesmessprogramm zur Überwachung der Oberflächengewässer an der Elbe, den Mulden, der Zschopau, der Weißen Elster und der Lausitzer Neiße liefen. Die Auswertungen der vorliegenden Ergebnisse ergaben regional- bzw. gewässertypisch unterschiedlich erhöhte Konzentrationen einzelner Parameter. Diese stehen im Zusammenhang mit erhöhten Stoffeinträgen in die Gewässer infolge hochwasserbedingt verstärkter Abschwemmungen von den Umlandflächen bzw. Sedimentaufwirbelungen an der Gewässersohle. In der Elbe sowie den anderen überwachten Fließgewässern waren die Schwebstoffe (ungelöste Stoffe) und die von ihnen mitgeführten Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) erhöht bis stark erhöht, andere Schadstoffe waren unauffällig bis erhöht, jedoch mit fallender Belastungstendenz. Bakteriologische Belastungen, die auf Kläranlagenausfällen beruhen, waren erhöht bis hoch. In allen Fällen waren die untersuchten Proben nicht toxisch – ein Fischsterben wurde nicht beobachtet.